Seit der im Jahr 1997 veröffentlichten DOCSIS Version 1.0 haben nachfolgende Releases immer gewährleistet, dass die Kompatibilität mit allen früheren Versionen bestehen blieb, so dass auf einfache Weise neue Services hinzugefügt werden konnten:

 

  • DOCSIS 1.1 wurde im April 1999 veröffentlicht und mittels Qualitätsmanagement (QoS) ermöglichte es für den Endkunden die Erweiterung des Breitbandanschlusses um die IP Telefonie (VoIP).
  • DOCSIS 2.0 wurde im Dezember 2001 veröffentlicht und verbesserte die Upstream-Übertragung und bot eine Bandbreitenerhöhung.
  • DOCSIS 3.0 wurde im August 2006 veröffentlicht und bot Unterstützung für IPv6 (Internet Protocol Version 6) und eine deutliche Erhöhung der Bandbreite mittels Nutzung von mehreren parallelen Kanälen. Diese Verknüpfung von parallelen Kanälen wird als "Channel Bonding" bezeichnet und ist vergleichbar mit einer mehrspurigen Autobahn mit dem Zweck den Verkehrsfluss zu verbessern.
  • DOCSIS 3.1, welches im Oktober 2013 veröffentlicht wurde, ist eine wichtige Weiterentwicklung des Standards. Sie unterstützt Datenraten von bis zu 10 GBit/s im Downstream und 1 Gbit/s im Upstream. Dies durch den Einsatz von neuen Fehlerkorrektur-Algorithmen, neuen Modulationen und mehreren Mikroträgern welche die Hindernisse der früheren 6 MHz-TV-Kanäle in den USA oder der 8 MHz-Kanäle in Europa überwinden.

Das TV-Vertriebsnetz über Koaxialkabel nutzt seit vielen Jahren die optischen Fasern, um Signale aus der Kopfstation in unmittelbare Nähe oder sogar ins Innere eines Gebäudes oder in eine Wohnung zu transportieren. Hier wird das optische Signal auf ein elektrisches umgewandelt, um das TV-Koax-Kabel mit dem Modem, dem Fernseher oder dem TV-Decoder zu verwenden. Dieses hybride Netzwerk mit einer optischen Faser und einem Koaxialkabel nennt sich HFC (Hybrid Fiber Coaxial). Hier kann das Signal dann mit dem Modem, dem Fernseher oder dem TV-Decoder verwendet werden.

Ein DOCSIS Datenübertragungsnetz besteht aus einem Router namens CMTS (Cable Modem Termination System) der in der Kopfstation oder der Verteilerstation steht. Dieser ist mit dem Netzbetreiber und dem Internet verbunden, konvertiert den IP-Datenverkehr in TV-Signale die dann mit den TV-Sendern kombiniert und durch das HFC Netz übertragen und im IP-Verkehr durch ein Kabel-Modem beim Endbenutzer am anderen Ende des Netzwerks wieder umgewandelt werden.

Der Netzwerkzugang ist entweder durch ein Ethernet-Kabel, das direkt an das Modem angeschlossen wird, oder durch einen eingebauten WiFi-Zugangspunkt im Modem möglich. Neben dem WiFi-Zugangspunkt können aktuelle Modems ebenfalls analoge Telefonleitungen oder einen integrierten Switch bieten. Sie können auch als Multimedia-Station im lokalen Netz (LAN) genutzt werden, welche mit einer externen Festplatte an einen USB-Port des Modems angeschlossen ist.